Leistungen

VERHÜTUNGSBERATUNG

Verhütungsberatung

Meine Aufgabe als Frauenarzt ist es, Sie bei der Wahl des richtigen Verhütungsmittels zu beraten und zu unterstützen. Mir ist es wichtig, die für Sie passende und medizinisch sinnvollste Methode zu finden. Jede Frau hat ihre individuellen Bedürfnisse und Vorstellungen. Diese gilt es zu erarbeiten und über die Vor- und Nachteile sowie eventuelle Nebenwirkungen aufzuklären.

Die Auswahl der Verhütungsmittel ist so groß wie noch nie. Ich möchte Ihnen hiermit einen Überblick über die Vielzahl der verschiedenen Methoden und Anwendungsgebiete geben, aber auch die Sicherheit und die eventuellen Nebenwirkungen auflisten.

Der Pearl Index: ist ein Maß für die Wirksamkeit bzw. Zuverlässigkeit von Methoden zur Empfängnisverhütung. Er gibt an, wie hoch der Anteil sexuell aktiver Frauen ist, die trotz Verwendung einer bestimmten Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres schwanger werden. Je verbreiteter und langfristiger eine Verhütungsmethode eingesetzt wird, desto genauer kann der Pearl-Index angegeben werden.

Je niedriger der Pearl-Index ist, desto sicherer ist die Methode.

Diese Verhütungsmittel werden in meiner Ordination angeboten:

  • Antibabypille
  • Kupferspirale
  • Kupferball
  • Hormonspirale
  • Verhütungsstäbchen
  • Verhütungsring
  • 3-Monats-Spritze
  • natürliche Verhütung
  • Pille danach

Die Pille – die meist verwendete Verhütungsmethode

Die Pille zählt nach wie vor zu den sichersten Verhütungsmitteln und ist die am häufigsten verwendete Methode zur Verhütung einer Schwangerschaft. Es gibt unterschiedliche Pillenarten in verschiedenen Dosierungen, Anwendungsformen und Hormonzusammensetzungen. Vor allem Mädchen und junge Frauen geben der Pille häufig den Vorzug. Der Pear Index liegt zwischen 0,2–0,9, vorausgesetzt wird die regelmässige Einnahme zur gleichen Tageszeit.

Die Pille enthält bestimmte Hormone (entweder eine Kombination aus Östrogenen und Gestagenen oder Gestagenen alleine), die eine Schwangerschaft verhindern.

Diese Hormone täuschen dem Körper eine Schwangerschaft vor und somit wird die körpereigene Hormonproduktion unterdrückt. Dadurch reifen keine Eizellen in den Eierstöcken und der Eisprung wird verhindert. Außerdem verdickt sich durch die Pille der Schleim, der den Gebärmutterhals verschließt, dadurch gelangen keine Spermien in die Gebärmutter. Wie bei jedem Medikament gibt es natürlich auch bei der Pille Nebenwirkungen. Manche dieser Nebenwirkungen werden allerdings als positiv gewertet, z.B. Verbesserung des Hautbildes. Die negativen Folgen sind allerdings Migräne oder Blutgerinnsel (Thrombosen). Daher ist die Antibabypille auch nicht für alle Frauen geeignet und darf nur nach einem genauen Anamnesegespräch und genauer Prüfung verschrieben werden.

Vorteile

  • Die leichte Handhabung
  • Sofortiger Schutz ab 1. Einnahmezyklus
  • Hohe Sicherheit bei richtiger Anwendung
  • Deutliche Linderung von Menstruationsschmerzen und Reduzierung der Blutungen
  • Verbesserung des Hautbildes

Nachteile

  • Die Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
  • Die Pille muss täglich und zur gleichen Tageszeit eingenommen werden.
  • Die Pille ist nicht nebenwirkungsfrei. Zu den Nebenwirkungen zählen u.a. Übelkeit und Erbrechen, Gewichtszunahme, sexuelle Lustlosigkeit, Zwischenblutungen, Spannungsgefühl in den Brüsten.
  • Die Pille darf nur von gesunden Frauen eingenommen werden, da sie auch Auswirkungen auf Herz und Kreislauf haben kann.

Kupferspirale / Kupferball

Die Kupferspirale bzw. der Kupferball sind eine sehr sichere Verhütungsmethode (Pearl Index 0,3–3), die, je nach Modell, drei bis fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben können. Die Wirkung besteht in einer Hemmung der Spermienbeweglichkeit und Veränderung der Gebärmutterschleimhaut durch die Kupferionen. Dadurch wird die Einnistung einer bereits befruchteten Eizelle verhindert. Da eine falsche Lage in der Gebärmutter die Wirksamkeit beeinträchtigt, sollte nach ein bis zwei Monaten nach dem Setzen die Lage kontrolliert und danach im halbjährlichen Abstand der korrekte Sitz überprüft werden. Voraussetzung ist ein unauffälliger Krebsabstrich.

Auch Frauen und junge Mädchen, die noch keine Kinder geboren haben, können sich eine Spirale oder einen Ball einsetzen lassen. Normalerweise legt man dies bei ausklingender Regelblutung, da zu diesem Zeitpunkt der Muttermund leicht geöffnet und weich ist.

Hormonspirale

Die Hormonspirale wirkt, indem sie den Schleim im Gebärmutterhalskanal verdickt. Dadurch können die Spermien nicht in die Gebärmutter eindringen. Zusätzlich wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut unterdrückt und es kann sich somit keine befruchtete Eizelle einnisten. Die Eierstockfunktion bleibt aufrecht und es kommt zu regelmäsigen Ovulationen. Die Hormonspirale ist nach der Sterilisation derzeit die sicherste Verhütungsmethode (Pearl Index von 0,16 bei Mirena).

Derzeit sind 3 verschiedene Hormonspiralen auf dem Markt – Jaydess (3 Jahre), Kyleena (5 Jahre) und Mirena (5 Jahre). Diese unterscheiden sich in der Liegedauer und Hormonbeschichtung.

Verhütungsstäbchen

Das Hormonimplantat ist ein weiches Kunststoffstäbchen. Es ist ca. 4 cm lang und 2 mm dünn und wird direkt unter die Haut der Oberarminnenseite appliziert. Es enthält das Gelbkörperhormon Gestagen, das in kleinen Mengen an den Körper abgegeben wird und den Eisprung verhindern kann und gleichzeitig den Schleim im Gebärmutterhalskanal verändert. Das Hormonimplantat schützt über einen Zeitraum von drei Jahren vor einer ungewollten Schwangerschaft, der Pearl Index ist 0,05.

Verhütungsring

Der Vaginalring ist ein flexibler Kunststoffring, der die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen gleichmäßig ins Blut abgibt. Er wirkt wie die Kombinationspille. Der Ring bleibt für einen Zeitraum von drei Wochen in der Scheide. Der Pearl Index liegt bei 0,65–0,9.

Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze enthält ein hochdosiertes, lange wirkendes Gestagen (Gelbkörperhormon). Damit wird der Eisprung verhindert und die Gebärmutterschleimhaut verändert. Die Dreimonatsspritze gilt als sehr sichere Verhütungsmethode (Pearl Index 0,3).

Sterilisation – Unterbindung

Eine endgültige Verhütungsmethode stellt die Sterilisation bei der Frau dar. Bei diesem operativen Eingriff (zumeist eine Laparoskopie) werden die beiden Eileiter in der Regel komplett entfernt. Die Sterlisation gilt als sehr sicher (Pearl Index 0,2). Diese Methode ist jedoch nur für Frauen bzw. Paare geeignet, bei denen die Familienplanung bereits abgeschlossen ist. In Österreich ist gesetzlich geregelt, dass nur Frauen nach Vollendung des 25. Lebensjahres eine Sterilisation durchführen lassen dürfen.

Bei der Vasektomie handelt es sich um eine operative Samenstrangdurchtrennung. Dies wird zumeist nur in Lokalanästhesie von einem Urologen durchgeführt und stellt somit einen wesentlich kleineren Eingriff dar.